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PITON DE LA FOURNAISE (FRANKREICH)
Seiteninhalte:

Lavafluss am Piton de la Fournaise
Ausbruch 4/2007

Einführung

Fotos von Réunion

Reportage über Réunion

Vulkanreisen nach Réunion

Links
Hot Spot Réunion

Wasserfall stuerzt auf Lava Lavafluss in Draufsicht Lavafluesse
Die oberen drei Foto zeigen v. l.: 50 m tiefer Wasserfall bis auf die Lavafluesse; Lavafluss aus der Vogelperspektive; Lavakaskade von der Kalderakante (c)Christoph Weber, VEI 2007!

Lavafluesse als Labyrinth Lavaquelle (Pond) Die Lava entflammt Bäume
Die oberen drei Foto zeigen v. l.: Lavaflüsse verzweigen sich; Lavaquelle (Pond als sprudelnde Austrittsstelle); 50 m ueber den Lavafluessen entflammen Baeume an der Abbruchkante (c)Christoph Weber, VEI 2007!

Lavafontänen Höchster Krater der 4/2007 Eruption Lavaflüsse
Die oberen drei Foto zeigen v. l.: Lavafontänen an der aktiven Spalte; Höchster Krater (650 m) der 4/2007 Eruption mit Lavafontäne; Lavafontänen und Quellen an der aktiven Spalte (c)Christoph Weber, VEI 2007!

Einführung

Die Entstehung der Insel Réunion (französisches Übersee Departement und damit Teil der EU) ist einem Hot Spot zu verdanken.
Dieser Hot Spot ist gewissermaßen stationär, während die indische Ozeanplatte in den vergangenen Millionen von Jahren in einem Bogen nach Nordwesten gewandert ist. Somit ist Réunion das jüngste Produkt diese regelmäßig Lava an die Oberfläche fördernden Hot Spots, während die Nachbarinsel Mauritius schon etwas älter ist und alle folgenden Meeresuntiefen (gleich alte Vulkane), bzw. Inseln nach Nordwesten zunehmend noch älter sind.


Piton de la Fournaise
Die Insel Reúnion besteht aus zwei Inselteilen. Der westliche Inselteil ist alt, der östliche Inselteil dagegen jung mit dem heute aktiven Vulkan Piton del la Fournaise. Als Produkt eines Hot Spot, der aus sehr großen Tiefen Magma an die Erdoberfläche fördert, ist der Piton de la Fournaise (kurz "Piton") ein klassischer Schildvulkan. An den Schildvulkanen, die in der Regel über Hot Spots entstehen, tritt sehr heiße (ca. 1100 Grad Celsius) und schnell fließende Lava aus, die diesen Vulkanen ihre flachen Bergflanken geben. Für den Beobachter ist diese heiße, auch tagsüber stark rot glühende Lava sehr spektakulär anzuschauen. Auch ist diese Art des Vulkanismus für die Menschen am und um den Vulkan nicht lebensbedrohend, da explosive Tätigkeit im großen Stil nicht stattfindet.
Der Piton hatte von 1992 bis 1998 ein seiner längsten Eruptionspausen. Seit dem fließt rund zwei Mal im Jahr Lava aus und jede dieser Eruptionen dauert so im Schnitt zwei Wochen. Besonders interessant ist es, wenn die Lava vom 2631 Meter hohen Gipfelkraterbereich des Dolomieu und Bory bis zum Meer gelangt. Dann trifft die heiße Lava auf das kalte Meer und die Elemente fangen an, in wildester Form miteinander zu spielen und zu kämpfen. Meistens gewinnt das Meer und trägt neu entstandene Inselteile wieder ab, bis schließlich eine alte Insel von einem Hot Spot geboren , von der Wasseroberfläche verschwindet.
Die geographische Lage der Insel Réunion ist tropisch und dementsprechend ist auch die Natur dieser Insel. Das grüne Landschaftsbild mit tief eingeschnittenen Tälern - den sogenannten Cirques - ist faszinierend, ja wahrhaft atemberaubend.


Lava tritt ins Meer ein Ein neuer noch heißer Küstenstreifen Die Lava entflammt Bäume
Die oberen drei Foto zeigen Lavaflüsse und Lavaeintritt ins Meer (c)Weber VEI 2004!

 Blick über die Insel auf den Piton Neiges Lavafluss am Piton de la Fournaise Tropische Vegetation mit Baumfarnen
Ein paar Impressionen von der Insel Réunion und der Aktivität des Piton (1998)

Reportage: Hot Spot la Réunion

Die tropische Vulkaninsel im indischen Ozean auf der Höhe des südlichen Afrikas zwischen brandenden Wellen, Korallenriffen und strahlendblauem Himmel ist eine atemberaubende Naturschönheit.

Das feurige französische Übersee-Département La Réunion verdankt seine Entstehung einem Hot Spot, ein ortsfester heißer Fleck im Erdmantel von dem flüssiges Magma aus einer Tiefe von 600 Kilometern an die Erdoberfläche dringt. Zunächst baute sich ein Vulkan unter der Wasseroberfläche Schicht für Schicht auf, bis er vor rund 2,5 Millionen Jahren die 4000 Meter Ozeantiefe überwunden hatte und als Insel auftauchte.
Im laufe der Zeit türmte sich die Basaltlava zu einem über 3000 m hohen überseeischen Vulkankegel auf, dem Piton des Neiges. Dieser erlosch vor ca. 12000 Jahren, denn die vulkanische Aktivität hatte sich längst nach Südosten verlagert. Das ist darauf zurückzuführen, dass die afrikanische Erdplatte, auf der Réunion liegt, bedingt durch die Kontinentaldrift, langsam über den Hot Spot in nordwestliche Richtung wandert.
Vor 300000 begann der heute noch aktive Vulkan Piton de la Fournaise - das bedeutet sehr treffend Schmelzofen - aus dem Meer zu wachsen und schweißte die Insel Réunion zu einer heutigen Gesamtfläche von 2500 Quadratkilometern zusammen. Er ist inzwischen auf eine Höhe von 2632 Metern angewachsen und verzauberte viele Vulkantouristen 1998 mit einem spektakulären Ausbruch, die regelmäßig stattfinden.
Die Insel von der Größe Luxemburgs trug im Laufe der Geschichte die Namen Bourbonen- und Bonapart-Insel. Réunion ist die Heimat der begehrten Bourbon-Vanille. Diese gehört zu der sonst leider verkümmerten ursprünglichen Vegetation Réunions, die heute nur noch in den unzugänglichen Bergregionen und Nationalparks anzutreffen ist. Diese wenigen Rückzugsgebiete sind dann aber an Bizarrheit und Schönheit kaum zu übertreffen.
Zuckerrohr, Bougainvilleen und Parfümpflanzen - Réunion ist neben der Vanille wichtigster Lieferant der Duftessenz Geranium - haben die tropische Vegetation mit Palmen, Baumfarnen, Orchideen und verschiedenen Aloearten, als auch die Baumsavanne auf der trockenen Westseite der Insel zurückgedrängt.
Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es auf Réunion riesige Landschildkröten und Krokodile, auch der sagenhafte Dodo, ein flugunfähiger Vogel, wurde bereits um 1700 ausgerottet. Er wanderte in die Töpfe der durchreisenden Seeleute.
Großes Interesse auf Réunion zu siedeln hatten zunächst weder die portugiesischen Entdecker, noch die nachdrängenden Holländer, die Zuckerrohr und Sklaven lieber auf das 100 km entfernte Mauritius brachten. 1642 nahm der französische Gouverneur von Madagaskar das Seeräubernest im Namen Ludwig XIV. in Besitz.
Vom Jahr 1665 an ließ die Compagnie des Indes, eine französische Ostindien-Handelsgesellschaft, die Insel durch einen Gouverneur verwalten und um 1845 schufteten für sie 60000 Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern. Heute ist auf Réunion der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden.
Die Insel der Extreme lockt Abenteuersportler an, die in den unzähligen Wasserfällen klettern, in wilden Flüssen "raften", Drachenfliegen, oder an den Riffen tauchen. Wanderer und Mountainbiker kommen auf den insgesamt 1000 Kilometer markierten Wanderwegen auf ihre Kosten.
Besonderes Interesse findet jedoch der Vulkan Piton de la Fournaise, wenn bis zu 1200 C heiße Lava aus dem Erdinnern in Fontänen hervorschießt und kilometerlange Lavaströme ab und zu bis ins Meer fließen. Dann treffen sich, wie erstmals vor 2,5 Millionen Jahren, die Elemente Feuer und Wasser erneut in einem grandiosen Naturspektakel.

Von Christoph Weber (ca. 3100 Zeichen)


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Links zu anderen Seiten:

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  • Presseinfos zum Piton (http://www.ipreunion.com)


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