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VEI - Expedition
Äthiopien


Erta Ale und die Danakil

Details: (update) & Seitenende

(Film-Expedition 2002)

Reisedauer: 26 Tage
Datum: 21.11.-16.12.2002
Teilnehmer: 9
Visa/Impfung: ja
Auschnittskarte von Äthiopien

Ziel dieser Expedition war der nur 613 m hohe Schildvulkan Erta Ale (weitere Fakten, Daten und Bilder auf der Vulkanseite ÄTHIOPIEN) in der Wüste Danakil, eine der heißesten und unzugänglichsten Wüsten der Erde, die teils über 100 m unter dem Meeresspiegel liegt. In der großen Kaldera des Erta Ale existierte in den letzten Jahrzehnten fast ständig ein tätiger Lavasee, was auch bei unserem Besuch so war. Besonders positiv war auch das Erreichen des Dallol auf dem Landweg, was bisher als unmöglich galt.


Die für Vulkanfans, Filmer und Fotografen ausgerichtete Expedition war ein voller Erfolg. Es gab viel zu filmen, der Absteig in den Krater mit einem Flaschenzugsystem ist gelungen und eine Lavaprobe der jüngsten Tätigkeit konnte entnommen werden.

Die Anreise erfolgte von Addis Abeba zunächst von Süden auf dem Landweg in die Danakil und anschließend via Makale mit dem Hubschrauber zum Erta Ale und u.a. zum Dallol.

Bei normalem körperlichen Einsatz bis zu 8 Stunden an einigen Tagen, waren die bis über 40C heißen Temaperaturen durchaus zu ertragen. Unsere Wasserlogistik ist dabei mit Verbleib der Reserve gut aufgegangen.

Die politische Lage zwischen Eritrea und Äthiopien war angespannt aber dank UN-Soldaten stabil. Das Gleiche gilt für die angespannte Lage in Somalia. Die letzte internationale Expedition im Februar 2002 verlief problemlos, eine weitere vor unserer Ankunft soll ausgeraubt worden sein. Die Stimmung im Gebiet der Afar war konfliktgeladen - dazu später mehr.


Die Teilnehmer/innen:
CODE NAME LAND GRUND TEAM RESORT
JE Jens Edelmann BRD Autor/Geologe T1 Wasser/Ausrüstung
GH Gerrit Hesse BRD Hobbygeologe T1 Dokumentation
BD Bernhard Donth BRD Vulkanfan T2 Kultur/Sprache
LF Lothar Fritsch BRD Vulkanfan T2 Kommunikation
RA Rainer Albiez BRD Reiseautor T3 Transport
MM Manfred Meyer BRD Foto/Vulkanfan T3 Wetter/Klima
DS Daniela Szczepanski BRD Filmassistenz/Foto T4 Foto/Apotheke
MS Marc Szeglat BRD Film T4 Film/Finanzen
CW Chris Weber BRD Leitung T5 Leitung/Erste Hilfe

An dieser Stelle möchte ich (Chris) allen Teilnehmern(innen) ganz besonders für ihr Vertrauen, ihren Einsatz in und außerhalb des Resorts, Geduld und Verständnis auf der harten Reise, viel Lachen und Spaß, das Einbringen aller Mittel und prima "Teamspirit", bedanken. Ich freue mich schon, den Einen oder Anderen dieses Jahr wieder mit dabei haben zu dürfen.
Folgend mehr Details zum Ablauf! (last update: 17.02.2003)
So war die Planung:

1. Tag Christoph wird als erster vor der Gruppe in Äthiopien eingereist sein und die wesentlichen organisatorischen Dinge in die Wege geleitet haben. Nach der jeweiligen Ankunft der Teilnehmer in Addis Abeba, Hauptstadt von Äthiopien, müssen zunächst noch Vorbereitungen und Formalitäten erledigt werden.
2. - 6. Tag Die Fahrt geht von Addis durch die Wüste Danakil vorbei an einigen hoch interessanten Punkten bis an den Fuss des Vulkans Erta Ale. Bereits auf dieser Stecke werden wir von einheimischen Afars begleitet.
7. Tag Einige Teilnehmer werden mit dem Helikopter und der Ausrüstung zum Krater des Erta Ale fliegen. Die restlichen Teilnehmer werde mit Hilfe von Kamelen den Aufstieg zu Fuß in Angriff nehmen.
8. - 12. Tag Vier Tage wird nötig sein, um den Abstieg in den Krater des Vulkans mit seinem aktiven Lavasse mehrfach durchzuführen, das Gelände zu erkunden und Arbeiten zu erledigen.
13. - 16. Tag Mit dem Hubschrauber geht die Reise zum Vulkan Dallol, der im Assale Salzsee liegt. Dort gilt es die vulkanischen Besonderheiten am Dallol an einem der heißesten Orte der Erde zu erkunden und zu dokumentieren.
17. - 19. Tag Rückfahrt nach Addis mit einem zusätzlichen Reservetag, der unter Umständen für Besichtigungen an der Strecke genutzt werden kann.
20. Tag Abreise einiger Teilnehmer in ihre Heimat, während andere noch in Äthiopien weiter reisen werden.


Drei Treffen der Expeditionsgruppe dienten hauptsächlich dem Einüben des geplanten Abseilens zum "Lavasee" (in den Krater).

Folgend einige Bilder der überaus sinnvollen und lustigen Kletter-Treffen:
Klettertreff Klettertreff
Klettertreff
Das erste Test-Klettern in einem malerischen Steinbruch im Rheinland fand gleich unter realistisch harten Bedingungen (Regen/Steinschlag/Bedienung) statt. Es zeigte wichtige Dinge auf, die es noch zu lösen galt und brachte mir leider dazu 48 Stunden Gerätereinigung ein.
Klettertreff Klettertreff
Klettertreff
Das zweite Treffen in Weimar zeigte deutlich, dass nur Übung den "Meister" macht. Mit einem Bagger als sicheren Ankerpunkt konnten wir am Erta Ale auf jeden Fall leider nicht rechnen.
Klettertreff Klettertreff
Klettertreff
Beim dritten Treffen in Untergruppenbach stellte sich schon ein bisschen Routine ein, die uns in einer brenzlichen Situation am Erta Ale vielleicht das Leben gerettet hat - wer weiß. Gut gerüstet war die Vorbereitung abgeschlossen und die Reise konnte beginnen.

Und los ging die Reise!

Die Anfahrt von Addis bis an den Rand der Danakil mit einem Behördenstopp war recht einfach und kurzweilig. Die Ünterkünfte das Beste (siehe Foto oben/links), was die Region hergab. Die Etappe durch den Süden der Danakil bis Afdera war spannend und die Begegnungen mit den einheimischen Afar bis dahin recht entspannt.
Oryx Ein Opfer der Dürre
Erta Ale
Bilder: Antilopen im Rift Valley; Dürreopfer in der Danakil; am ELavasee des rta Ale angekommen

Der erste Blick in den Krater war eine Überraschung. Nicht die etwas stärker zu scheinende Tätigkeit des Lavasees gegenüber älteren Schilderungen erstaunte uns, sondern die vermutlich kurze Zeit vor unserer Ankunft aufgefüllte Terrasse im Krater. Diese mit einer Fläche von ca. 50% den Krater ausfüllende Terrasse war im Frühjahr 2002 gut 70 Meter tief gelegen. Auf diese Terrasse gestürzt, lagen bis dahin Schuttfächer, die bis auf eine Höhe von rund 45 Meter unterhalb der Kraterkante reichten (also 35 m hoch). Diese Schuttfächer waren aber nun verschwunden, also das Niveau der Terrasse mit Lavaergüssen durch ein Ansteigen des Lavasees gestiegen. Ungefähr 40 Meter im Mittel, lag nun die jungfräuliche Terrasse ohne nennenswerten Schuttfächer unter dem Kraterrand. Der aktive See füllte die restlichen 50% des Kraters aus und lag nun wiederum ca. 45 Meter tiefer als die Terrasse - insgesamt also 85 Meter unterhalb des Kraterrandes. Das entsprach ungefähr dem Stand der vorherigen Jahre. Dieser Umstand verkürzte den Abstiegsweg für uns, vereitelte aber leider auch gleichzeitig die Entnahme einer Probe aus dem Lavasee. Immerhin konnten wir eine Probe der neu entstandenen Bedeckung der Terrasse entnehmen, deren Alter entsprechend jung war.


Der Abstieg:

Das Verankern des Flaschenzuges war einfach und es gab auch nur eine Stelle der Kraterwand, die als Abstiegsroute geeignet war. Das Ablassen und der Aufstieg am Seil funktionierte nach unseren Übungen relativ gut. Nur die belastende Hitze und die Ablenkung durch den faszinierenden Lavasee brachten so ihre Störungen. Allerdings waren die Abstiege durch die sehr instabile Kraterwand gefährlich. Im Krater waren Gasmaske und Hitzeschutzanzug an gewissen Stellen, bzw. bei manchen Aktionen, erforderlich.

EA EA
EA
Wir rechneten stets mit Steinschlag, allerdings nicht unbeding damit, dass am vorletzten Tag (6.12.02) in drei kurz aufeinander folgenden Kraterwandeinbrüchen ca. 20 000 Kubikmeter Fels von der Kraterwand in den Lavasee und stückweise auf die Terrasse stürzen würden. Die beiden Bildsequenzen, oberhalb Steinschlag Nr. 1 und folgend Steinschlag Nr. 2 sprechen für sich. Manfred hat diese beiden Bildsequenzen oben vom Kraterrand festgehalten.
EA EA
EA
In der Sequenz 2 (Steinlag Nr. 2) deuten die kleinen weißen Pfeile auf die Helme von Marc und mir. Sieht allerdings brenzlicher aus, als es war. Manfred gratuliere ich für die Bildsequenzen des Jahres 2002, die sicherlich folgende Expeditionen warnen werden.
Genauere Fakten, Karten und Bilder vom Erta Ale sind auf der Vulkanseite ÄTHIOPIEN zu finden!

Nach fünf Nächten und Tagen, also etwas weniger Zeit als ursprünglich geplant, ging es mit dem nun leereren Heli zu einem Rundflug über der Kaldera des Erta Ale und nordwärts zum Vulkan Dallol. Am Dallol war nur ein kurzer Zwischenstopp für ein paar Fotos, dann zwang uns die Kerosinreserve zum Weiterflug nach Makale.
Vom Dallol wollten wir natürlich mehr sehen und erreichten zwei Tage später wieder die Senke der Danakil am See Assale. Dort waren die Afars viel umgänglicher, wenn auch aus unserer "westlichen Sicht" nicht minder kompliziert. Den Salzabbau am Lake Assale und den Transport ins Hochland mit Kamel-Karavanen waren sehr interessant zu beobachten.
Zwischenstop Krater aus der Luft
Abbau
Letztendlich gelang es uns, den Vulkan Dallol mit Fahrzeugen und einem ordentlichen Marsch in der glühendheißen Salzwüste zu erreichen. Natürlich ein irrer Gewinn für unsere Expedition, denn das galt aktuell unmöglich.
Asale1 Dallol1
Dallol2

Insgesamt stand unsere Expedition unter einem "guten Stern". Alle Schweirigkeiten sind irgendwie gelöst worden, dank dem guten Team.
Wie die Situation in dieser Region und in Äthiopien für zukünftige Expeditionen wird, ist heute schwer zu beurteilen. Derzeit sieht es so aus, dass das Land viele innenpolitische "Pulverfässer" hat. Das sind die vielen Völker mit Unabhängigkeitsbestrebungen (u.a. die Afar), konliktreiche angrenzende Länder wie Eritrea, Sudan und Somalia, die ständigen Dürren (auch derzeit) und der Einfluss verfehlter Außenpolitik der westlichen Welt (Abbaukonzessionen, "Entwicklungshilfe", Waffenlieferungen).
Das Erreichen der besonderen und äußerst faszinierenden Vulkane der Danakil wird vermutlich in der näheren Zukunft weiterhin eine "Expedition" bedeuten. Was VEI diesbezüglich plant, erscheint natürlich im Internet VEI Expeditionen


Das waren einige Infos zur Reisevorbereitung

Notwendige Dokumente und Impfungen:
- Ein Reisepass mit 6 Monaten Gültigkeit ab Einreisedatum ist erforderlich.
- Für Äthiopien ist ein Visa bei der Botschaft zu beantragen. Das sollte mindestens vier Wochen vor der Abreise erfolgen und kostet ca. 60,-EUR. VEI übernimmt diesen Aufgabe
- Eine gültige Gelbfieberimpfung muss bei der Einreise dokumentiert (Impfpass) werden. Wir empfehlen dazu eine Impfung gegen Hepatitis A (eventuell B), Thyphus, Polio, Tetanus und ein Standby-Präparat gegen Malaria Tropica (Mephloquine). Wir befinden uns zwar nicht in hoch gefährdeten Gebieten, trotzdem ist die Vorsorge anzuraten.
- Für professionelle Filmer ist eine Drehgenehmigung notwendig, die wir beantragen.
Zollerklärung:
Jegliche Film und Fotoausrüstung, sowie Sonderausrüstung ist bei der Einreise und der Ausreise zu deklarieren, um Probleme zu vermeiden. Darum werden wir uns als offizielle Expedition kümmern.
Klima:
Der festgelegte Reisetermin (Nov./Dez.) wird als idealster Reisemonat für Äthiopien angesehen, wobei das Klima in der Wüste Danakil natürlich vom restlichen Land autark ist. In Addis Abeba und im restlichen Hochland ist Trockenzeit mit klarem und angenehm kühlem Wetter. In der Wüste ist Regen ausgeschlossen und die Temperaturen erreichen mit nur ca. 40C ihren "Tiefstwert". Das Himmel ist in der Wüste sehr klar und die Nächte können kühl werden. Für den Transport ist klimatisch mit keinen Schwierigkeiten zu rechnen.
Genereller Sicherheitshinweis:
Sprecht mit dem Arzt Eures Vertrauens über Eure physichen Kondition bei 50C, einfachem Essen und wenig Komfort im Gelände und zeitweise sehr einfachen hygienischen Verhältnissen.
Gefahrenhinweis:
Alle Teilnehmer/innen dieser Expedition nehmen bezüglich der Gefahren des aktiven Vulkans, der Wüste und Übergriffen von Einheimischen eigenverantwortlich teil.

Spezialausrüstung:
Die Stromversorgung für Video, Computer und Licht ist im Gelände von Akkus abhängig und sollte sowohl vor der Abreise nach Äthiopien, als auch in Addis auf ihren Zustand überprüft werden (geladen!). Unser Hubschrauber wird einen geladenen 12V (36AH) Akku und normale Batterien (1,5V) für Taschenlampen und Blitzgeräte zum Erta Ale einfliegen. Einen weiteren 12V (36AH) Akku wird mit den Fahrzeugen zum Basiscamp und ggf. Zum Vulkan gebracht werden. Eine Ladevorrichtung wird in einem Fahrzeug installiert sein und zum Vulkan wird eine solare Ladestation 12V vom Hubschrauber mitgenommen.
Der Zugang zum Lavasee wird mit einer Flaschenzugsystem ermöglicht, ohne das der Abzulassende eigene Kraft aufwenden muss. Diese wird am Kraterrand verankert, um die ca. 70 m senkrechte Wand bis zum Lavasee hinab zu gelangen. Dieses System ist rein mechanisch betrieben, um nicht dem Risiko von elektrischen Fehlfunktionen und Defekten ausgeliefert zu sein. Zudem wird gleichzeitig ein Bergseil zur zusätzlichen Sicherung mitgeführt.
Der Kraterboden hat gut zur Hälfte einen tätigen Lavasee, während der restliche Teil ein erkaltetes Plateau ist, auf dem man sich bewegen kann. Dieser Zustand herrschte in den letzten Jahren fast ständig vor und ist die Situation, von der wir für unserer Expedition ausgehen.
Selbstverständlich ist aufgrund der enormen Hitzeentwicklung die Aufenthaltszeit im Krater immer von kurzer Dauer und eine Gasmaske ist obligatorisch. Dazu werden wir einen aluminiumbeschichteten hitzeabstrahlenden Anzug organisieren. Die Gasmaske sollte jeder selbst mitbringen, da diese individuell auf jedes Gesicht passen muss.
Ein GPS, Funkgeräte und eine den Anforderungen entsprechende Reiseapotheke sind aus Sicherheitsgründen natürlich Grundausstattung der Expedition. Chris Weber wird dazu einen Auffrischungskurs als Rettungssanitäter absolvieren.
Allgemeines Reisegepäck:
Die aktuelle Liste der abgesprochenen persönlichen Ausrüstungsgegenstände ist an Euch abgeschickt worden!

Erfahrungen von Christoph in Äthiopien:
Im August 1998 besuchte ich für rund 4 Wochen das Land. Land und Leute haben mich sehr begeistert, leider zu Kriegszeiten. Der Besuch des Erta Ale war trotz eines Empfehlungsschreibens des deutschen Botschafters in Addis Abeba und Vorsprachen beim Verteidigungsministerium aufgrund des Krieges nicht möglich. Trotzdem könnte ich den Südteil der Danakil durchreisen und das bei einer teils blühenden Wüste. Die Temperaturen waren durch die generelle Trockenheit einer Wüste kein großes Problem, genauso wenig die Regenzeit im Hochland.
Nach meiner Erfahrung sind die erforderlichen Genehmigungen zum Erreichen des Erta Ale eine sehr diffizile und schwierige Angelegenheit. Ohne besagte Genehmigungen vom Verteidigungsministerium, dem Außenministerium, der Provinzbehörde, der Regionalbehörde und schließlich den örtlichen Volksgruppen scheint eine erfolgreiche Expedition durchaus fraglich.


Weitere Daten und Vulkaninfos stehen auf der Seite: Äthiopien
Links zu anderen Seiten:
  • Filmer bei der VEI Expedition 2002 ("http://www.streaming-planet.de")

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